Bildungsurlaub im Fokus: Welche Rechte und Pflichten gibt es?

Bezahlter Urlaub klingt für viele erst einmal nach Utopie – in 12 von 16 Bundesländern ist er aber prinzipiell möglich. Momentan besteht sogar in 12 von 16 Bundesländern ein Rechtsanspruch auf einen Bildungsurlaub. Das Spektrum für den Bildungsurlaub ist weit gefächert und auch die Freizeit kommt nicht zu kurz, vom Rhetorik-Kurs bis zum Yoga-Seminar ist alles möglich.


Fünf Tage Bildungsurlaub und zusätzliche Freizeit

Wer lässt sich schon zusätzlichen Urlaub entgehen? – Mehrere Millionen Arbeitnehmer. In Deutschland nutzen bisher nur die wenigsten die Möglichkeit von einem Bildungsurlaub zum vertraglich geregelten. Einzig und alleine Arbeitnehmer in Bayern, Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg können sich zusätzlichen Sonderurlaub nur durch harte Überstunden erarbeiten, für sie besteht kein Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub. Fünf Tage für eine berufliche Weiterbildung sind ebenso kein Problem wie 10 Tage Bildungsurlaub, wenn dieser am Stück genutzt, für zwei Jahre beansprucht wird. Im Bildungsurlaub warten Fortbildungen, politische Seminare und Sprachreisen auf den Arbeitnehmer, auf denen er neue Eindrücke sammeln und seine Persönlichkeit weiterbilden kann. Hat sich der Bildungsurlaub im Betrieb erst einmal etabliert, wird er erfahrungsgemäß häufig genutzt.

Das Recht auf Bildungsurlaub durchsetzen – Mit wenig Aufwand zum Ziel

Um die Forderungen durchsetzen zu können, sollten vier Schritte beachtet werden. Vorab sollten alle Unterlagen zusammengestellt werden, die dabei helfen, einen Bildungsurlaub nachzuweisen. Seminarprogramme, Ausdrucke der Anerkennung des Bildungsträgers etc. können helfen. Nach der ersten Informations-Selektion muss im nächsten Schritt der Antrag mindestens sechs Wochen vor dem Urlaub beim Arbeitgeber schriftlich eingereicht werden. Gewerkschaften und Kursanbieter halten dazu vorgefertigte Dokumente bereit. Im dritten Schritt muss die Reaktion des Arbeitgebers überprüft werden. Im Fall von einem dreiwöchigen Schweigen kann der Bildungsurlaub in NRW als Zustimmung von Seiten des Arbeitnehmers ausgelegt werden. Nach dem Bildungsurlaub muss die Teilnahme unbedingt nachgewiesen werden.

Sonderregelung – Arbeitnehmer in NRW aufgepasst

Der Bildungsurlaub kann nur dann abgelehnt werden, wenn der beantragte Zeitraum aus betrieblichen Gründen nicht wahrgenommen werden kann. Ebenfalls zulässig ist die Begründung, dass der Bildungsurlaub aufgrund des Angebots nicht anerkannt werden kann. Gibt der Arbeitnehmer eine Gleichwohl-Erklärung ab, kann dieser trotz Ablehnung durch den Arbeitgeber in Urlaub gehen.
Der Arbeitgeber kann dann zwar das Gehalt zurückhalten, der Arbeitnehmer kann dieses aber wiederrum einklagen, wenn das Kursangebot in NRW nachweislich als Bildungsurlaub anerkannt ist. Der Bildungsurlaub muss vom Arbeitnehmer aber auch pflichtgemäß wahrgenommen werden, das Fernbleiben kann wie auf dem Arbeitsplatz ein Grund für eine fristlose Kündigung sein.

Veröffentlicht in Urlaub & Reisen am 22.10.2013
Tags: , , .