Reifen vulkanisieren: Was sollte man beachten?

Unter dem Begriff Vulkanisation wird allgemein ein spezieller Prozess verstanden, bei welchem der Reifen in mehreren Arbeitsschritten repariert wird. Grundsätzlich wird dabei jeder Reifen mindestens einmal vulkanisiert, denn auch bei der Herstellung gilt die Vulkanisation als letzter Schritt innerhalb der kompletten Fertigung eines Autoreifen.


Einfaches Verfahren, große Wirkung – sichere Autoreifen durch Vulkanisation

Durch das Verfahren der Vulkanisation erhält der Reifen mehr Elastizität und Widerstandsfähigkeit. Im letzten Schritt des Herstellungsprozesses wird der Rohling des Reifens bei einer Temperatur von 170 bis 220 Grad unter einem Druck von 22 Bar und innerhalb einer Backzeit von circa 10 Minuten in einer speziellen Form vulkanisiert. Backzeit, Temperatur und Druck können jedoch je nach Art des Reifens individuell variieren. Der Naturkautschuk wird dabei durch das Hinzufügen von Füllstoffen und Schwefel zu einem elastischen, widerstandsfähigen Gummi verarbeitet. Die Bauteile verschmelzen bei der Vulkanisation mit dem Gummi und werden so untrennbar miteinander verbunden. Wurde die Vulkanisation erfolgreich durchgeführt, so erhält der Reifen seine individuelle, fertige Form.

Vulkanisation bei der Reifenreparatur

Ein weiteres Anwendungsgebiet der Vulkanisation ist die Reifenreparatur. Hat der Reifen vom Auto ein Loch, so muss dieses professionell verschlossen werden. Dazu genügt es jedoch nicht, das Loch oder den Riss ausschließlich zu stopfen. Zusätzlich muss in jedem Fall vulkanisiert werden, um den Gummi fest mit dem Pneu zu verbinden. Zu diesem Zweck wird ein entsprechendes Vulkanisationsmittel hinzu gegeben, welches anschließend erhitzt wird. Dieses Verfahren sollte dabei unbedingt von einem professionellen Reparaturservice durchgeführt werden, denn um einen Reifen sachgemäß zu vulkanisieren, ist einiges an Know-How notwendig. Unsaubere Arbeit kann schnell zu gefährlichen Situationen während des Autofahrens führen. Gerade bei Winterreifen sollte dabei ein großer Wert auf eine qualitativ hochwertige, saubere Reparatur des Reifens gelegt werden.

Ausnahmen bestimmen die Regel – nicht jeder Reifen darf vulkanisiert werden

Bei der Vulkanisation ist weiterhin zu beachten, dass nicht jeder Reifen für diese Art der Reparatur geeignet ist. Hochgeschwindigkeitsreifen dürfen beispielsweise grundsätzlich nicht vulkanisiert werden, da das Schadensrisiko in diesem Fall enorm groß wäre. Desweiteren können größere Löcher im Reifen ebenfalls nicht mit dem Prozess der Vulkanisation repariert werden. Ein weiteres Ausschlusskriterium ist ein erheblicher Schaden an der Karkasse, welcher durch einen besonders hohen Luftverlust entstanden ist. Prinzipiell sollte man sich in jedem Fall an einen professionellen Mechaniker wenden, welcher den individuellen Schaden richtig beurteilen kann.

Veröffentlicht in Auto, Reifen am 30.10.2013
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