Trend E-Book noch nicht abgeschrieben

Sowohl bei der diesjährigen IFA als auch bei der Frankfurter Buchmesse war deutlich zu sehen, dass das E-Book einen neuen Aufschwung erlebt. Von vielen bereits abgeschrieben, setzen offensichtlich inzwischen Hersteller und Buchhändler auf eine Ausweitung des Handels mit elektronischen Büchern. Und das obwohl die Branche davon überzeugt war, dass mit dem i-Pad das endgültige Ende der monochromen Reader gekommen war. Doch der Tablet-Boom konnte das E-Book bisher nicht verdrängen. Das liegt vor allem an der Reaktion des Fachhandels. Während dieser getreu dem Motto, was man nicht betreibt damit kann man auch nichts verlieren, das E-Book kategorisch zu ignorieren versuchte, steigen nun Handelsketten wie Libri und Thalia in den Handel in großem Stil ein. Gemeinsam mit den Herstellern der Reader legen sie ein Paket vor, das auch die passende Befüllung für die Geräte beinhaltet. Dies markiert einen Meilenstein, waren doch bisher kaum deutsche Ausgaben von E-Books zu haben. Man musste entweder sehr fremdsprachenbegabt sein oder eben zum gedruckten Buch greifen. Dies soll sich jetzt ändern.

Im Ausland ist der Anteil der als E-Books verkauften Literatur um ein vielfaches höher. Das liegt nicht nur daran, dass dort die elektronischen Bücher nicht der Buchpreisbindung unterstehen. Grund ist auch, dass beispielsweise in den USA kein nennenswertes Händlernetz besteht. Daher gibt es beim Bestellen von Büchern lange Wartezeiten. E-Books dagegen sind leichter erhältlich. In Deutschland ist die Struktur mit Zwischenhandel und Einzelhändlernetz jedoch so ausgeprägt, dass meist nur ein Tag Wartezeit zwischen Bestellung und Lieferung liegt.

Dennoch ist der Handel überzeugt, dass der Marktanteil der E-Books binnen weniger Jahre von heute 1,8 % auf 10 bis 15 % steigen wird. Zum einen sind die nun vorgestellten Reader das haptische Erlebnis des Buches durch Grafikfähigkeit und Tonunterlegung zu ersetzen versuchen. Man kann also beim Lesen über einen Vogelgesang den Gesang selbst hören. Zum anderen macht laut Science-Fiction Autor William Gibson alles andere keinen Sinn. Es sei ökologischer Unsinn, Bäume abzuholzen um daraus schwere Bücher zum machen, die dann als tonnenschwere Last transportiert werden müssten, nur um teilweise wieder zurück transportiert, recycelt und wieder als Last transportiert zu werden.

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Veröffentlicht in Audio am 29.11.2010
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